Wald

Waldtag - ein naturpädagogisches Angebot

Der Waldtag ist für Kinder im letzten Kita-Jahr vor dem Kindergarteneintritt vorgesehen. Die Kinder sollten ohne Mittagsschlaf auskommen können und sollten möglichst ohne Windeln sein.
Bei Regen, Wind und Schnee sucht sich die Waldgruppe Schutz unter der Plane oder im tieferen Tannenwald. Bei anhaltendem Regen und bei grosser Kälte, dienen die Kellerräume (Bewegungsraum und Malatelier) der Kindertagesstätte am Friesenberg als Aufenthaltsort.

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Tagesablauf

9.00 Uhr

9.30 Uhr

10.30 Uhr



12.00/30 Uhr


14.00 Uhr

14.30 Uhr

15.00 Uhr


15.30 Uhr
Die Waldkinder, der Gruppen Bananenfüess, Känguru und Sugus werden mit dem Stoffigel abgeholt. Anschliessend ziehen sich die Kinder in der Garderobe an, füllen ihre Trinkflaschen.
Im Kreis wird das Waldbegrüssungslied gesungen
Abmarsch zur Bushaltestelle
Einrichten des Waldplatzes
Morgenkreis
Freispiel
Kochen
Mittagessen
Aufräumen
Freispiel
Packen
Individueller Abschluss je nach Thema
Abmarsch zur Bushaltestelle
Mit dem Bus gelangt die Waldgruppe zurück in die Kita
Ausziehen
Zeckenkontrolle
Abschlusskreis
Übergabe an die Gruppen

Spiel

Der Wald ist ein autonomer Raum, ohne feste Grenzen. Das Kind hat die Möglichkeit, sich mit unstrukturiertem Spielmaterial frei darin zu bewegen. Es lernt allfällige Ängste abzubauen, um in seinem Zeitverständnis Vertrauen aufzubauen, um die neue Umgebung kennen zu lernen. Die Natur selbst stellt Spiel- und Gestaltungsmaterial zur freien Verfügung und lässt dadurch viel Freiraum für die Entwicklung der eigenen Kreativität. Die Waldtage finden bei jeder Witterung statt. Dadurch lernt das Kind, im Gegensatz zum Spiel in Räumen, sich an neue Begebenheiten der Natur anzupassen, sowie sich nach den Jahreszeiten und dem Wetter zu richten. Die Natur bietet dem Kind viele Möglichkeiten, mit allen Sinnen Erfahrungen zu sammeln. Es wird jedoch von Reizen nicht überflutet. Die Reize finden in einem Rahmen statt, indem sie vom Kind aufgenommen und verarbeitet werden können. Dadurch erhält das Kind die Möglichkeit, innerlich zur Ruhe zu kommen und sich auf kleine Details zu konzentrieren. Durch das Beobachten, Riechen, Fühlen, Matschen, Tasten, Erkennen entfaltet sich das sinnliche Wahrnehmungsvermögen im Kind. Die vier Elemente, Erde, Wasser, Feuer und Luft werden bewusst wahrgenommen.
Das Leben des kleinen Kindes ist Bewegung. Bewegung und Wahrnehmung stehen beim Vorschulkind in engem Zusammenhang und gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen für die gesunde Entwicklung. Der Raum Wald bietet dem Kind eine Vielzahl von Möglichkeiten sich zu bewegen. Rennen, klettern, springen, sich im Gleichgewicht üben, sind nur eine kleine Auswahl an Erfahrungsreichtum, welcher der Wald bietet. Das Kind wird durch die Erfahrung im Wald in seinen Bewegungsabläufen sicherer. Dadurch stärken sich beim Kind die motorischen Fähigkeiten und das Selbstbewusstsein.
Das Spiel nimmt bei den 3-5 jährigen Kinder einen zentralen Platz ein. Durch das eigene Tun und das Experimentieren lernt das Kind den Wald besser kennen. Dies wiederum bestärkt das Kind in seinem Mut, was sich positiv auf seine Selbstsicherheit auswirken kann. Im Freispiel wird die soziale Kompetenz des Kindes innerhalb der Waldgruppe gestärkt.
Seile für Spiel und Seilkonstruktionen sowie Schaufeln werden häufig für das Spiel zur Verfügung gestellt.
Hat ein Kind das Bedürfnis nach Rückzug und Erholung, kann es sich auf einer grossen Matte hinlegen. Ein Kinderschlafsack dient bei Bedarf als wärmende Decke während der kälteren Jahreszeit. Die Plane kann als Kälteschutz errichtet werden.
Im Wald ist kein vorstrukturiertes Spielzeug vorhanden. Dadurch ist das Kind im Wald in Bezug auf die Fantasie auf seine eigenen schöpferischen Fähigkeiten angewiesen. Dies verschafft ihm die Möglichkeit, mit Hilfe seiner eigenen Ideen, Spiele und Geschichten frei zu erfinden. Ein Tannzapfen wird zum Kochlöffel, ein Stecken zum Auto. Die Kreativität und die eigene Vorstellungskraft werden angeregt.

Pädagogische Grundhaltung

Die Rolle der Erzieherin im Wald ist primär die der Beobachterin. Durch intensives Beobachten der Kinder werden die Bedürfnisse der Kinder, sowie jene der Kindergruppe, wahrgenommen. Die Impulse, welche die Erzieherin den Kindern weitergibt, knüpfen einerseits an den Aktivitäten und Spielideen der Kinder oder der Gruppe an, andererseits an Impulsen aus der Natur. Dadurch geht die Erzieherin flexibel auf die Bedürfnisse der Kinder ein und bietet, wo nötig, Unterstützung an. Diese pädagogische Haltung ermöglicht es den Kindern, sich in ihrem eigenen Rhythmus, nach ihren eigenen Bedürfnissen zu entwickeln.

Autonomie

Das Kind hat im Wald viele Möglichkeiten, seine Aktivitäten, unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen, selbst zu gestalten, da nur wenige Regeln sein Tun einschränken. Dadurch wird ein grosser Erfahrungsspielraum möglich. Das Kind lernt auf diese Weise sich und die eigenen Bedürfnisse besser kennen.
Das Kind hat auch die Möglichkeit bei Alltagsverrichtungen, wie z.B. beim Errichten der Feuerstelle, dem Holzsuchen, Feuern, Kochen, dem Errichten des Waldklos, etc. aktiv mitzuhelfen.
Es ist wichtig, das Kind in seiner Selbständigkeit und Selbstverantwortung zu unterstützen, damit es im Wald möglichst unabhängig von Erwachsenen seine Bedürfnisse wahrnehmen kann (z.B. das Öffnen des Rucksackes oder der Trinkflasche, beim Gang zur Toilette, Jacke herausnehmen etc.). Wo nötig wird dem Kind unterstützende Hilfe geboten.

Regeln/Orientierung

Wenige klare Regelungen, z.B. im Umgang mit dem Feuer, dem Weglaufen, Giftpflanzen etc. regeln den Waldalltag. Die Regeln sind auf Regelkarten aufgezeichnet, damit sie für die Kinder nachvollziehbar sind. Die Regeln werden zu Beginn des Waldjahres mit den Kindern besprochen und je nach Bedarf wiederholt. Die Regelkarten sind im Wald immer mit dabei.
Rituale und Feste im Tagesablauf, sowie im Verlauf des Waldjahres, geben dem Kind Halt und Orientierung. Jahreszeitenwechsel werden bewusst gelebt und gefeiert, damit das Kind ein Gefühl für den Lauf des Jahres in der Natur entwickeln kann. Geburtstage werden, wenn sie auf einen Waldtag fallen, mit einem speziellen Geburtstagsritual gefeiert.

Waldküche

Das Mittagessen wird auf dem Feuer zubereitet. Frisches Gemüse und Obst wird den Kindern bei jeder Mahlzeit angeboten. Das Essen besteht aus Kohlehydrate (Reis, Nudeln, Ebly, Couscous, Polenta etc.) sowie einer Beilage, einem Eintopf, Suppe mit Würstli, Würste braten etc. Brot steht den Kindern immer zur Verfügung. Wenn kein Feuer entfacht werden kann, wird eine heisse Suppe in der Kita vorbereitet. Die Kinder müssen nicht essen, wenn sie nicht mögen. Die Kinder werden jedoch auf den Zusammenhang zwischen Essen und der eigenen Wärmeproduktion im Körper sensibilisiert.
Die Kinder führen ihre eigenen Trinkflaschen mit. Die Flaschen stehen den Kindern jederzeit zur Verfügung. Sie können zwischen Wasser und warmem Tee wählen. Zusätzlich wird genügend Wasser oder Tee mitgeführt. Im Winter ist warmer Tee wichtig.
Das Feuer spielt an einem Waldtag eine wichtige Rolle und bietet den Kindern ein elementares Naturerlebnis. Der Feuerplatz dient der Gruppe als Ort der Begegnung, der Ruhe, als Ort der Zubereitung des Mittagessens, des Essens rund ums Feuer, als Spender von Wärme an kalten Tagen. Der Feuerplatz birgt aber auch Gefahr. Die Kinder lernen von Anfang an einen sachgemässen Umgang mit dem Feuer. Klare Regeln sind deshalb unerlässlich.